Geschichte der Deutschsprachigen Abteilung


01. 09.1997 wird die Deutschsprachige Abteilung als integrierter Bestandteil der damaligen 54. Oberschule im Tallinner Stadtteil Mustamae gegründet. Die Gründung geht auf die ausdrückliche Initiative des Staatspräsidenten Lennart Meri (1992-2001) zurück. Andres Raa ist Direktor der Schule.

Von 1997 – 2006 leitet Clemens Krause die Abteilung.

1998 Umbenennung der Schule in „Tallinna Saksa Gümnaasium“ (feierlicher Akt auf Schloss Maarjamäe)

1998 Besuch von Bundespräsident Roman Herzog

2001 Külli Puhkim Schulleiterin

3. Juni 2002 Unterzeichnung des bilateralen Schulabkommens zwischen Estland und Deutschland durch Botschafter Schrömbgens und der estnischen Bildungsministerin Mailis Rand.

22. Juni 2002 erreicht die erste Klasse (12 Schülerinnen und Schüler) das Abitur. Abiturfeier im Beisein des estnischen Staatspräsidenten Meri.

1.8. 2006-31.7. 2012 : Hans – Peter Wahrig Leiter der Deutschsprachigen Abteilung

1.8. 2012 – 31.7. 2013 Markus Reischl kommissarischer Leiter der Deutschsprachigen Abteilung

1.8. 2013 – 31.7. 2016  Ulrich Wiegand Leiter der Deutschsprachigen Abteilung

Seit 1.8.2014 Kaarel Rundu neuer Leiter der Schule

Seit 1.8.2016   Dr. Wolfgang Jäger Leiter der

Deutschsprachigen Abteilung

Das Deutsche Gymnasium Tallinn ist die einzige Schule in den baltischen Ländern, wo es möglich ist, in deutscher Sprache nach deutschen Lehrplänen zu lernen. In der Deutschsprachigen Abteilung unterrichten deutsche Lehrer in deutscher Sprache nach deutschen Lehrplänen. Geregelt ist dies in einem Vertrag zwischen der Republik Estland und der Bundesrepublik Deutschland über schulische Zusammenarbeit, der am 3. Juni 2002 unterschrieben wurde.

Unterstützt wird die Schule von deutscher Seite vor allem von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Bonn. Im Augenblick fördert sie unsere Schule mit sieben aus Deutschland entsandten Lehrkräften. Sie berät uns in allen pädagogischen und wirtschaftlichen Fragen. Darüber hinaus trägt die Zentralstelle die Kosten für die Fortbildung der deutschen Lehrer. Die Fortbildungen finden gemeinsam statt mit Lehrern anderer Deutschsprachiger Abteilungen aus

Für die Abiturprüfungen und Lehrpläne ist die Kultusministerkonferenz in Deutschland zuständig. Von dort aus wird auch der deutsche Prüfungsleiter für das Abitur bestellt.

Zudem gibt es seit Jahren eine enge Kooperation mit dem Goetheinstitut bzw. dem Deutschen Kulturinstitut Tallinn.

Die Schüler der Abteilung, die die Jahrgangsstufen 7-12 umfasst, bereiten sich auf das deutsche und estnische Abitur vor. Daher werden einige Fächer auf Deutsch und andere auf Estnisch unterrichtet. Auf Deutsch werden momentan, von deutschen Lehrern, mit deutschen Lernmitteln, nach deutschen Lehrplänen, die Fächer Deutsch, Geschichte, Mathematik, Physik und Biologie unterrichtet.

Die Schüler erhalten zwei Zeugnisse: ein deutsches Abiturzeugnis, das zum Studium in Deutschland berechtigt, und ein estnisches Zeugnis (riigieksamtunnistus). Die Abiturprüfung erfolgt nach einer von Estland und Deutschland erarbeiteten gemeinsamen Prüfungsordnung. Die deutschen Abiturfächer Deutsch und Mathematik gelten als estnische Staatliche Abschlussprüfung (riigieksam), die estnische Staatliche Abschlussprüfung im Fach Estnisch (emakeel riigieksam) gilt als deutsche Abiturprüfung.
Klassenlehrer sind jeweils ein deutscher und ein estnischer Lehrer.

Die Deutschsprachige Abteilung ist offen für Schüler des Tallinna Saksa Gümnaasiums und für Schüler anderer Schulen. Für die Aufnahme in die Klassenstufen 7 und 10 sind der Notendurchschnitt der Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch sowie die Ergebnisse von Aufnahmeprüfungen ausschlaggebend. Auch eine Aufnahme in andere Klassenstufen ist mit guten Deutschkenntnissen möglich. Durch Sprachkurse beim Goetheinstitut/ Deutsches Kulturinstitut Tallinn können sich Interessenten auf die Aufnahme vorbereiten. Die Abteilung ist für Schüler geeignet, die sich für die beiden Schwerpunkte deutsche Sprache und Naturwissenschaften besonders interessieren.

Die Deutschsprachige Abteilung ist ausgerichtet auf die Notwendigkeit der sprachlichen Verständigung im zusammenwachsenden Europa und die Erfordernisse des Lebens und Arbeitens, bei denen auch die Naturwissenschaften einen breiten Raum einnehmen. Das Deutsche Gymnasium Tallinn ist mit seiner Deutschsprachigen Abteilung als Deutsch-Profi-Schule ein Modell für die Zukunft in Europa: Zusammenarbeit in allen Bereichen, Achtung vor dem Anderen, Verständnis füreinander und Erreichen gemeinsamer Ziele.

Estlands politische Entwicklung seit 1990

30. März 1990 Estland erklärt sich wieder zur Republik

20. August 1991 Wiedererlangung der Unabhängigkeit Estlands

2001-2006 Arnold Rüütel Präsident Estlands

29.3.2004 Estland Mitglied der NATO

1. Mai 2004 Estland Mitglied der EU

2006-2016 Toomas Hendrik Ilves Präsident Estlands

1. Januar 2011 Einführung des EURO

2011 Tallinn Kulturhauptstadt Europas

Seit 10.10.2016 Kersti Kaljulaid Präsidentin Estlands

01.07.2017 – 31.12.2017 Estnische EU-Ratspräsidentschaft

Clemens Krause

Hans-Peter Wahrig


Ulrich Wiegand


Kaarel Rundu

Dr. Wolfgang Jäger