Lernen, Handeln, Verbinden: Das Erasmus+-Projekt zwischen Tallinn und Vilnius
Grenzen überwinden, neue Horizonte entdecken und echte Freundschaften fürs Leben knüpfen – genau dieser europäische Geist wurde im September bei unserem Erasmus+-Projekt lebendig. Zwei Wochen lang drehte sich für zehn Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klasse des Tallinna Saksa Gümnaasiums und der Partnerschule Saulės Gojus aus Vilnius alles um das gemeinsame Lernen und Gestalten.
Die erste Projektwoche vom 07. bis 14. September in Tallinn stand ganz im Zeichen von gesellschaftlichem Engagement und Ehrenamt. Die Jugendlichen erkundeten praxisnah, wie wichtig freiwilliger Einsatz für eine funktionierende Gemeinschaft ist. Beim Clean Up Day im Stadtteil Mustamäe setzten sie sich zunächst aktiv für den Umweltschutz ein. Wie eng historische Verantwortung und praktische Arbeit miteinander verknüpft sind, erlebte die Gruppe auf der Gedenkstätte Maarjamäe, wo sie gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge anpackte und nach einer informativen Führung Kriegerdenkmale säuberte. Einen weiteren Anlass zur Natur- und Kulturvermittlung bot die Exkursion in den Nationalpark Lahemaa mit Stationen im Moor Viru raba und dem Forstmuseum auf dem Gutshof Sagadi. Zum Abschluss unterstützten die Teilnehmenden tatkräftig als Streckenhelfer die Organisation des Tallinn Marathons, bevor es nach einer Woche voller neuer Eindrücke vorerst Abschied nehmen hieß.
Am 20. September traten die estnischen Schülerinnen und Schüler die Busreise nach Litauen an, wo sie unter dem Motto „Lernen von und mit der Natur“ in die Umweltbildung eintauchten. In Vilnius lernten die Jugendlichen, wie wissenschaftliche Forschung und aktiver Umweltschutz Hand in Hand gehen. Workshops zu den Themen Citizen Science und Biomimikry zeigten auf, wie die Natur als Vorbild für nachhaltige Innovationen dienen kann. Ihre Erkenntnisse hielten die Schülerinnen und Schüler in selbst produzierten Podcasts fest. Auch das kulturelle Rahmenprogramm kam nicht zu kurz: Ein Nachmittag mit litauischer Folklore, ein Ausflug zur historischen Wasserburg Trakai samt Verkostung traditioneller Kibinai und eine gemeinsame Wanderung der Schulgemeinschaft rundeten die Woche ab.
Zwei Wochen, zwei Hauptstädte und unzählige neue Perspektiven: Dieses Erasmus+-Projekt hat gezeigt, wie bereichernd europäischer Austausch für junge Menschen ist. Durch die Unterbringung in den Gastfamilien erhielten alle von der ersten Minute an einen authentischen Einblick in den Alltag des Gastlandes und was als gemeinsame Arbeit an Themen wie Ehrenamt und Umweltbildung begann, endet mit wertvollen Impulsen für die Zukunft, neuen Freundschaften und der Erkenntnis, dass die Jugendlichen aus Tallinn und Vilnius viel mehr verbindet, als sie trennt.
Text: Rosalinde Rist
Fotos: Rosalinde Rist






















